„Holunderschnaps“ bezeichnet meist einen süßen Likör aus schwarzen Holunderbeeren. Für den Beerenansatz verwendest du nur reife, dunkle Früchte und erhitzt sie, bevor du sie mit Alkohol mischst. So bereitest du die Beeren schonend zu und erhältst kräftigen Fruchtsaft als Grundlage.
Rezepte unterscheiden sich in den vorgesehenen Mengen. Das gilt für Beeren und Flüssigkeit ebenso wie für Zucker und Alkohol. Halte dich deshalb an ein vollständiges Rezept und ändere Zutaten nicht nach Gefühl.
Beeren oder Blüten?
Dieser Ansatz ist für schwarze Holunderbeeren gedacht. Holunderblüten ergeben ein anderes Getränk und brauchen eigene Zutaten und Mengen. Achte beim Sammeln darauf, die Pflanze sicher zu bestimmen und nur Dolden zu pflücken, an denen alle Beeren dunkel gefärbt sind.
Unreife Beeren sortierst du aus. Das österreichische Gesundheitsportal empfiehlt, Holunderbeeren vor dem Verzehr auf über 80 °C zu erhitzen. Sambunigrin, ein Stoff, der vor allem in unreifen Früchten vorkommt, kann Brechreiz und Verdauungsbeschwerden auslösen. Alkohol ersetzt das Erhitzen nicht.
Beeren vorbereiten und erhitzen
Verarbeite die Beeren bald nach der Ernte. Wasche sie vorsichtig und zupfe die Beeren von den Dolden. Entferne Blätter, Stiele und unreife Früchte, bevor du sie in einen Topf gibst.
Erhitze die Beeren mit der Wassermenge aus einem vollständigen Rezept. Ein veröffentlichtes Holunderlikör-Rezept kocht die Beeren 25 bis 30 Minuten; andere Verfahren nennen abweichende Zeiten. Übernimm daher nicht einfach eine Kochzeit aus einem Rezept und die Zutatenmengen aus einem anderen. Presse die erhitzten Beeren aus oder streiche sie durch ein Sieb, um den Saft von Fruchtfleisch und Kernen zu trennen.
Saft mit Alkohol mischen
Lass den Beerensaft abkühlen und gib dann die im Rezept angegebene Alkoholart und Menge dazu. Wodka und Rum kommen in unterschiedlichen Rezepten vor und ergeben jeweils einen anderen Geschmack. Halte dich auch bei der Zuckermenge an das Rezept. Zu viel Zucker überdeckt den Fruchtgeschmack, zu wenig lässt den Ansatz säuerlicher wirken.
Rühre alles gründlich um und fülle den Likör in saubere Flaschen. Wenn das Rezept eine Ruhezeit vorsieht, halte sie ein und probiere erst danach. Die Ziehzeit für einen Rohansatz mit Beeren, Spirituose und Gewürzen gilt nicht automatisch für gekochten Beerensaft, den du später mit Alkohol mischst.
Geschmack und Lagerung
Holunder lässt sich etwa mit Zimt würzen; auch Kardamom oder Vanille passen dazu. Gib sie nur in der Menge dazu, die deine Rezeptur vorsieht, oder würze zunächst sparsam. Wenn du einen Saftansatz machst, probiere ihn nach dem Abkühlen. Gib keine zusätzlichen Zutaten dazu, nur weil Mengenangaben fehlen.
Fülle den fertigen Likör in saubere, gut verschließbare Flaschen und lagere ihn kühl. Für selbst gemachte Ansätze gibt es keine verlässliche allgemeine Haltbarkeitsangabe, weil Zutaten und Alkoholanteil verschieden sind. Eine Haltbarkeitsangabe aus einem bestimmten Rezept gilt nur für dessen genaue Mischung und Lagerung. Wenn du später Schimmel oder einen ungewöhnlichen Geruch bemerkst, trink den Likör nicht.
Fehler beim Holunderschnaps vermeiden
Der wichtigste Fehler ist, rohe oder unreife Beeren direkt in Alkohol einzulegen. Eine lange Ziehzeit ersetzt das Erhitzen nicht. Erhitze die Früchte daher vor dem Alkoholzusatz.
Vermeide außerdem, Mengen aus mehreren Rezepten zu kombinieren. Beerenlikör mit Wodka und Saftlikör mit Rum haben unterschiedliche Mengenverhältnisse. Ein Ansatz mit Holunderblüten hat ebenfalls ein eigenes Verhältnis. Wenn du das Rezept selbst abwandelst, ändere jeweils nur eine Zutat und notiere die Mengen. Mit den notierten Mengen kannst du den Geschmack später gezielt anpassen.
