Naturnahe australische Weine aus dem Betonei

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Beim Wein aus dem Betonei findet die Gärung oder Reifung in einem Betongefäß statt. Das spricht oft Menschen an, die bei der Weinbereitung möglichst wenige Eingriffe wünschen. Das Gefäß allein sagt nichts darüber aus, wie die Trauben angebaut wurden oder welche Zusätze bei der Weinbereitung zum Einsatz kamen.

Penley Estates Project E ist ein Cabernet Sauvignon aus Südaustralien. Für den Jahrgang 2020 nennt das Produktprofil 211 Tage, in denen der Wein mit den Traubenschalen in Kontakt blieb, und eine Reifung ohne Holz. Das Profil macht keine Angaben zum Anbau oder zu möglichen Zusätzen.

Was das Betonei verändert

Winzer nutzen Betoneier als Alternative zu Edelstahltanks und Holzfässern. Sie erwarten, dass während der Reifung etwas Sauerstoff in den Wein gelangt, ohne dass er den Geschmack eines Holzfasses annimmt. Penley Estate beschreibt das Ziel für Project E ähnlich: Frucht und Textur sollen erhalten bleiben, ohne dass Holznoten hinzukommen.

Das beschreibt die Ziele und Einschätzungen der Winzer zur Kellertechnik. Es garantiert kein bestimmtes Ergebnis. Ein Betonei allein macht einen Wein nicht automatisch besser, frischer oder nachhaltiger. Geschmack und Qualität hängen auch von Trauben, Jahrgang und Ausbau ab. Wer eine konkrete Flasche beurteilt, sollte deshalb neben dem Gefäß auch auf Rebsorte, Jahrgang und Herstellungsangaben achten.

Project E im Jahrgang 2020

Laut Produktprofil von Australian Wine wurde der Cabernet Sauvignon 2020 aus ganzen Beeren im Betonei vergoren. Die Schalen blieben 211 Tage im Wein. Danach wurde er gepresst; zwei Wochen später kam er in die Flasche. Das Profil nennt 14 Prozent Alkohol und keinen Einsatz von Holz.

Die lange Zeit mit den Schalen beeinflusst Farbe, Gerbstoffe und Geschmack. Bei einem Rotwein wie Cabernet Sauvignon trägt er zur Struktur bei. Das Produktprofil beschreibt Aromen von schwarzer Kirsche, Pflaume, Lakritz und dunkler Schokolade sowie strukturierte Tannine. Tannine sind Gerbstoffe, die im Mund ein trockenes, zusammenziehendes Gefühl erzeugen können. Die Beschreibungen geben eine Orientierung. Entscheidend ist aber Ihr eigener Eindruck.

Die Angaben gelten für den Jahrgang 2020. Ein älterer Beitrag von Penley Estate nennt für ein Projekt, das 2019 begann, 201 Tage auf den Schalen. Aus den beiden Zahlen lässt sich keine allgemeine Ausbauzeit ableiten. Beim Kauf zählt daher die Information zum konkreten Jahrgang.

Was „naturnah“ aussagt

„Naturnah“ ist keine einheitlich festgelegte Weinbaukategorie. Auch der australische Branchenleitfaden zu natürlicher Weinbereitung beschreibt verschiedene Ansätze, etwa die Nutzung natürlicher Hefen oder den Verzicht auf bestimmte Zusätze. Welche Maßnahmen ein Betrieb tatsächlich ergreift, kann sich von Wein zu Wein unterscheiden.

Für Project E nennt das Produktprofil organische und biodynamische Praktiken. Diese Beschreibung belegt für sich genommen keine Bio- oder Demeter-Zertifizierung. Zu Hefen und Schwefelzugabe enthält das Profil keine vollständigen Angaben. Auch zur Schönung und Filtration fehlen vollständige Informationen. Wer diese Punkte wichtig findet, sollte sie beim Anbieter für den jeweiligen Jahrgang erfragen. Wenig Eingriffe im Keller und ökologische Arbeit im Weinberg sind unterschiedliche Aspekte und sollten getrennt betrachtet werden.

Worauf Sie beim Kauf naturnaher Weine achten

Die Angabe „im Betonei“ beschreibt zunächst nur ein Gefäß. Prüfen Sie, ob der Wein darin vergoren oder lediglich darin gelagert wurde. Fragen Sie außerdem nach dem Jahrgang und der Dauer des Schalenkontakts. Bei einem als naturnah bezeichneten Wein helfen konkrete Angaben zur Arbeit im Weinberg, zu den verwendeten Hefen und zur Schwefelzugabe. Fragen Sie auch, ob der Wein geschönt, also von Trübstoffen befreit, und filtriert wurde.

Achten Sie auch auf den Unterschied zwischen einer beschriebenen Praxis und einer Zertifizierung. Formulierungen wie „organisch“ oder „biodynamisch“ sollten erkennen lassen, ob ein Betrieb bestimmte Methoden nennt oder ob eine unabhängige Zertifizierung vorliegt. Fehlen Angaben zu einzelnen Kellermaßnahmen, lässt sich daraus nicht ableiten, ob diese Maßnahmen verwendet wurden.

So verkosten Sie Project E

Probieren Sie den Cabernet Sauvignon zunächst ohne lange Erwartungen an das Betonei. Achten Sie auf Frucht, Gerbstoffe und den Gesamteindruck am Gaumen. Die im Produktprofil genannten dunklen Früchte und Gewürznoten liefern Anhaltspunkte; entscheidend bleibt, ob Sie sie in der Flasche wiederfinden.

Vergleichen Sie die Flasche, wenn möglich, mit einem Cabernet Sauvignon, der im Holzfass gereift ist. So lässt sich der Einfluss des Holzes auf den eigenen Geschmack besser einschätzen. Unterschiede können auch am Jahrgang oder an der Herstellung liegen, nicht nur am Gefäß.

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